16. WestLicht Foto-Auktion: 9. Juni 2017, 17 h

Preview Foto-Auktion: 29. Mai bis 9. Juni, im WestLicht, täglich 14 bis 18 h

Muhammad Ali in idealer Boxer-Pose unter Wasser, so hat ihn Flip Schulke 1961 in Miami im Swimmingpool aufgenommen (Los 158, Schätzpreis: 5.000–6.000 Euro). Eine Anti-Vietnam-Demonstrantin, die auf Marc Ribouds zur Ikone gewordenem Bild den Soldaten eine Blume entgegenhält (Los 102, Schätzpreis: 4.500–5.500 Euro). Die in einem Feuerball berstende Hindenburg bei ihrer Landung 1937 in Lakehurst, gesehen von Sam Shere (Los 76, Schätzpreis: 3.000–3.500 Euro).

Bilder, die jeder sofort erkennt. Augenblicke, die sich dank der Fotografie in unser visuelles Gedächtnis eingeschrieben haben.

Große Persönlichkeiten, Rückblenden in die Geschichte, auf die man zahlreich im Angebot der 16. WestLicht Foto-Auktion trifft. 218 Lose, Fotografien, ergänzt durch ausgesuchte, seltene Fotobücher, beweisen, dass kein anderes Medium unser Bild von der Welt in den letzten eineinhalb Jahrhunderten so geprägt hat.

In diesem Sinne gelten auch für die Agentur Magnum seit nunmehr 70 Jahren nur die höchsten Ansprüche. Die 12 Vintage Prints aus der Serie »The Great Leap Forward« von Magnum-Mitbegründer Henri Cartier-Bresson sind der beste Beweis dafür (Los 93, Schätzpreis: 30.000–35.000 Euro). Cartier-Bresson berichtete damit 1958 für Life von Mao Zedongs Kampagne der forcierten Industrialisierung Chinas.

Kollege René Burri dokumentierte dann 1963 die aus dem Helikopter auf das Schlachtfeld springenden Soldaten im Vietnamkrieg (Los 101, Schätzpreis: 4.000–5.000 Euro) und David Seymour die Ruinen von Port Saïd nach einem französisch-britischen Luftangriff 1956 (Los 97, Schätzpreis: 3.000–4.000 Euro). Elliott Erwitt überrascht dafür mit einem ungewöhnlich nahbaren, heiteren Che Guevara in Havanna 1964 (Los 117, Schätzpreis: 3.000–3.500 Euro).

Was wäre das Wien der Jahrhundertwende, die Wiener Moderne, ohne die Fotografie? Ferdinand Schmutzers Porträt von Sigmund Freud aus 1926 darf hier nicht fehlen (Los 19, Schätzpreis: 1.400–1.800 Euro), ebenso wenig wie Gustav Klimt, in Moriz Nährs Fotografie von 1917 im Anzug vor seinem Atelier in der Feldmühlgasse abgelichtet, nur wenige Monate vor seinem Tod (Los 17, Schätzpreis: 8.000–10.000 Euro).

Anton Josef Trčkas »Liegender Akt VI« von 1926 steht den erotischen Frauendarstellungen Klimts um nichts nach (Los 8, Schätzpreis: 20.000–25.000 Euro). Bereits um 1914 gelang Heinrich Kühn ein besonders beeindruckendes Beispiel für die Kunstfotografie-Strömung des Piktorialismus: »Das Wasserglas«, ein mehrfacher Ölumdruck auf Japanpapier (Los 9, Schätzpreis: 10.000–12.000 Euro).

Zwei Meisterwerke, die das Bild der Weiblichkeit nachhaltig beeinflusst haben, finden sich im Angebot: Bill Brandts »London (Nude with Bent Elbow)« von 1952 (Los 49, Schätzpreis: 10.000–12.000 Euro) und Horst P. Horsts »Mainbocher Corset« (Los 37, Schätzpreis: 30.000–35.000 Euro). Letzteres ist eine der meist zitierten Fotografien der Kunstgeschichte, ein Sinnbild zeitloser Schönheit, entstanden in den frühen Morgenstunden des 11. August 1939 in Paris. Horsts Fotografie fasziniert ungebrochen in ihrem präzise ausgeleuchteten Wechselspiel von subtiler Eleganz und erotischer Provokation.

Bill Brandt ließ sich für seine »Nudes« nicht nur von Orson Welles’ »Citizen Kane« zu radikalen Perspektiven und Ausschnitten inspirieren, er setzte auch seine Leidenschaft für technische Innovation ein, nutzte künstlerische Verzerrung, Anschneiden oder Fotomontage bis hin zur Abstraktion.

Der nackte Körper steht ebenso im Zentrum des Wiener Aktionismus. Ludwig Hoffenreich begleitete fotografisch die Aktion »Transfusion«, die Günter Brus 1965 gemeinsam mit seiner Frau Ana im Perinetkeller in Wien Brigittenau realisierte. Eine thematisch wie formal aus seinem Frühwerk herausstechende Aktion. Das zeigen die 12 Abzüge, die erstmals das strenge Schwarzweiß mit Farbe durchbrechen (Los 186, Schätzpreis: 20.000–25.000 Euro).

Marcel Duchamp gilt als Wegbereiter von Surrealismus und Dada sowie Mitbegründer der Konzeptkunst. Für Irving Penn, der für die Vogue die Intellektuellen- und Künstlerszene der New Yorker Nachkriegszeit porträtierte, stand er vor der Kamera (Los 71, Schätzpreis: 20.000–28.000 Euro). Penn war dabei bemüht in minimalistischen Porträts die Persönlichkeiten aus ihren gewohnten Posen zu locken. Das Wesen von Künstlern hinter ihren Masken und Rollen versuchten auch andere herauszukitzeln: Gottfried Helnwein 1988 aus dem 30-jährigen Michael Jackson (Los 198, Schätzpreis: 7.000–8.000 Euro), Annie Leibovitz aus Brad Pitt, 1994 in Las Vegas (Los 199, Schätzpreis: 5.000–6.000 Euro) und Bettina Rheims aus »Madonna sitting on the floor and holding her dress« 1994 in New York (Los 201, Schätzpreis: 3.500–4.000 Euro).

31. WestLicht Kamera-Auktion:  Samstag, 10. Juni 2017, 11 Uhr

Preview Kamera-Auktion: 8. bis 10. Juni, im WestLicht, täglich 10 bis 18 h

571 Lose umfasst die 31. WestLicht Kamera-Auktion am 10. Juni ab 11 Uhr. Leica ist mit 244 Losen vertreten und wie immer werden viele Raritäten zum Kauf angeboten. Schon das Los Nummer 1 ist eine ganz frühe Leica Modell I mit Elmax Objektiv aus 1925, mit 15.000 Euro ausgerufen bei einem Schätzwert von 28.000–32.000 Euro. Eine besonders schöne und seltene Leica kommt als 75. Los zur Auktion – die schwarz lackierte M3, aus der ersten Serie von 1959 hat einen Startpreis von 18.000 Euro und wird auf 25.000–35.000 Euro geschätzt. Eine weitere besondere M Leica ist die MP-292 (Los 78). Die Kamera aus 1958, die ausschließlich an Profifotografen vertrieben wurde, startet mit 18.000 Euro bei geschätzten 35.000–40.000 Euro.

Ein Höhepunkt des Leica Angebotes ist die sogenannte »Rundbildkamera« für 360°-Aufnahmen, verwendet von der Deutschen Wehrmacht um 1944. Nur vier solcher Ausrüstungen mit dem passenden Stativ sind bekannt. Dieses Los mit der Nummer 199 wird mit 40.000 Euro ausgerufen, bei einem Schätzwert von 70.000–90.000 Euro.

Bei den »Leica Kopien« gibt es die bekannte und extrem seltene WICA (Wiener Camera) aus 1948 (Los 253, Startpreis 2.000 Euro, Schätzpreis 3.500–3.800 Euro).

NASA Kameras sind bei Sammlern immer gesucht, so die Hasselblad Space Camera 553ELS aus 1991, die für Space Shuttle-Missionen eingesetzt wurde (Los 293, Startpreis 8.000 Euro, Schätzpreis 16.000–18.000 Euro).

Fast alle Kodak Retina Kameras, die zwischen 1935 und 1969 hergestellt wurden, sind im Los 309 vertreten. Die Sammlung von 37 Kameras wird um 1.600 Euro ausgerufen (Schätzwert 3.000–3.500 Euro).

Zum 100 Jahre Jubiläum von Nikon gibt es einige hochkarätige Angebote in der kommenden Auktion: eine Nikon One, das erste Modell der Nikon aus 1948 wird in Topzustand mit der Originalverpackung und Anleitung angeboten (Los 312, Startpreis 25.000 Euro, Schätzpreis 50.000–55.000 Euro).

Ein Unikat ist die Nikon S3-M mit dem einzig bekannten schwarzen Motor. Von dieser Nikon Sucherkamera für Halbformat wurden maximal 50 Stück um 1960 hergestellt (Los 317, Startpreis 40.000 Euro, Schätzpreis 80.000–100.000 Euro).

Eine besondere Entdeckung, ein Dachbodenfund in Neuseeland, ist der Prototyp der ersten Olympus Kamera. 1937 wurden zehn Stück einer Olympus Standard mit den Seriennummern 101 bis 110 gefertigt. Die eben gefundene Kamera ist in ausgezeichnetem Zustand und trägt die Seriennummer 107. Genau diese Kamera war auf den ersten Werbungen von Olympus in Asahi Camera vom November 1937 abgebildet (Los 398, Startpreis 18.000 Euro, Schätzpreis 35.000–40.000 Euro).


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